Mein Sprung ins Abenteuer

Gefühlsleere. Emotionale Null-Linie.

Und das, obwohl es augenscheinlich keinen Grund dafür gab, denn ich hatte eigentlich alles, was man zum Glücklichsein braucht: einen Mann, zwei gesunde Kinder, einen Arbeitgeber, der es mir ermöglichte,   in der Elternzeit im Homeoffice zu arbeiten, wir lebten in einer traumhaften, lichtdurchfluteten Dachgeschosswohnung am Alpenrand, hatten gut Anschluss gefunden seit unserem Umzug von Köln nach Bayern. Alles eigentlich wunderbar.

 

Doch es fühlte sich schwer und anstrengend an, die Alltagsroutine mit zwei kleinen Kindern, der Job und Haushalt fühlten sich an wie ein viel zu enges Korsett, das mir die Luft zum Atmen nahm. 

 

Ich funktionierte, aber ich lebte nicht. Das Leben war vergraben unter einer schweren lähmenden Schicht aus enttäuschten Erwartungen und Vorstellungen über das Mama-Sein, Verlust von Ich-Sein, Flucht in Funktionier-Modus.

 

Aber dann, aus der Tiefe meines Unterbewusstseins stieg er auf: dieser winzige Funke, ein Fitzelchen Sehnsucht nach Leben und Lebendigkeit, nach Leichtigkeit und Freude. 

Und es bohrte sich dieser Satz in mein Bewusstsein: So kann es nicht weiter gehen!

 

Mir war klar, dass ich dafür Hilfe brauchte. Bereits beim Vorgespräch mit meinem Coach brachen alle Dämme, unendliche Tränen der Erkenntnis und der Erleichterung flossen. Danach war ich arbeits- und aufnahmefähig.

 

Es allen recht machen, mich immer erst um die anderen kümmern, völlige Orientierung am Außen, das sind Tugenden, die ich mir im Leben bis dahin so sehr zu eigen gemacht hatte, dass ich sämtliches Selbstgefühl verloren hatte. Konnte ich “helfen“, fühlte ich mich wertvoll und ich zog daraus meine Daseinsberechtigung. 

Was für ein Selbstbetrug.

 

Selbstfürsorge lautete die neue Devise: mir vor allem alleine Raum nehmen.

Das war ein herausfordernder Drahtseilakt: mich selbst wichtig nehmen, Fürsorge und Verantwortung für zwei kleine Kinder, mich mit meinen Bedürfnissen voll und ganz meinem Mann zumuten, mich mir selbst zumuten, mit allem was sich zeigte: Zweifel, Angst, Trauer, Wut, Schmerz.

Und immer wieder drohte ich vom Seil zu fallen, denn ein hartnäckiger Glaubenssatz klebte wie Pech an mir: was sollen denn die anderen nur von mir denken!

Aussenorientierung in Perfektion, eingesogen mit der Muttermilch.

 

Genau dieser Satz aber leitete die Kehrtwende ein. Plötzlich war da dieses Bewusstsein: wenn ich merke, wie ich es nicht will, dann kann ich mich doch entscheiden für das, wie ich es will!

 

Ab sofort also Fokus Innenorientierung, Fokus Ich!

Ganz so einfach war es anfangs nicht, aber es gelang mir immer schneller zu bemerken, wenn dieser Glaubenssatz aktiv wurde, und dann hatte ich die Wahl: will ich ihm Glauben schenken oder nicht?

 

So merkte ich, dass ich immer eine Wahl habe. Ich kann wählen, was ich denken will, was ich fühlen will, ob und wie ich handeln will. Entscheide ich mich für Schwere, ist das Leben schwer, entscheide ich mich für Leichtigkeit, zeigt sich genau diese.

 

Ich habe es wirklich selbst in der Hand, wie ich meine Welt - meine Kinder, meinen Job, meinen Haushalt - betrachten und gestalten will!

Das ist Freiheit. Das ist Fokus Ich!

 

Ein bisschen Pippi Langstrumpf: „Ich mach mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt!“

 

Das empfinde ich als großes Abenteuer!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0