MamaSein ist auch meine Bestimmung

MamaSein ist auch meine Bestimmung.

Dieser Satz purzelte am 2. Weihnachtstag bei einem Spaziergang plötzlich in meinem Kopf.

Ich hatte das große Glück, diesen tTag mit mir alleine verbringen zu können, da meine Familie Skifahren war.

Die Sonne und ich strahlten um die Wette, als ich loslief.

Winterlich kalte, glasklare Luft empfing mich draußen.

Der Frost hatte die Wiesen zauberhaft weiß überzogen und sie glitzerten wie Tausende von Perlen in der Sonne.

Ich atmete die kalte Luft tief ein und ein Gefühl tiefer Glückseligkeit durchlief mich.

Immer wieder blieben meine Blicke am Wegesrand hängen und ich ließ mich faszinieren von den feinen Eiskristallen an Grashalmen und Blättern.

 

Ich ließ meine Gedanken schweifen und unerwartet tauchten Erinnerungen an die Weihnachtsfeste in meiner Kindheit auf. Ich sah mich und meine Familie und fühlte am meisten Erleichterung, dass diese Zeiten voller Erwartungen und überholter Vorstellungen glücklicherweise der Vergangenheit angehören.

So ließ ich die Erinnerungen ziehen und in den freien Raum hinein stellte sich mir die Frage, wie ich eigentlich den Wert "Familie" definieren und mit Leben füllen möchte.

Nicht , dass ich das nicht bereits "irgendwie" tat, und das durchaus in dem Bewusstsein, meinen Kindern Raum für ihre Persönlichkeit und individuelle Entfaltung zu geben. Aber ich habe "Familie" als Wert für mich noch nicht bewusst definiert, ich habe kein Gefühl dazu. 

 

Also, im Weitergehen konkretisiert sich mein Anliegen: wie soll sich Familie für mich anfühlen? Das ist die richtige Frage. Darum geht es mir.

Schritt für Schritt lasse ich diese Frage in mir wirken - und wie aus dem Nichts purzelte dann dieser Satz in mein Bewusstsein:

MamaSein ist auch meine Bestimmung! Bääm!

 

Ich bin wie sprachlos, ich muss stehenbleiben. Dieser kleine, aber sehr überraschende Satz bewegt sich in mir hin und her, wandert vom Kopf in den Bauch, wieder zurück. Und überlagert die Frage nach dem Familiengefühl völlig. 

So geht das eine ganze Weile.

Wie in Trance setze ich meinen Weg fort und beobachte was in mir vorgeht, was dieser Satz in mir auslöst.

Mein Verstand versucht es mit Logik: Das Leben hat es so gewollt, dass Du zwei Kinder hast. Es geht gar nicht anders, als dass das MamaSein auch Deine Bestimmung ist.

Eine bestechende Wahrheit, muss ich einräumen. Zumal wir immer zwei Kinder haben wollten. 

So weit, so gut!

 

Während dieses inneren Dialogs scheine ich unbemerkt emotional ausgestiegen zu sein.

Meine Emotionen fühlen sich an wie schockgefroren, ich bin wie leer.

 

Die emotionale Wucht, die hinter diesem Satz steckt, hat die große Tragik meiner Kindheit hochgeholt.

Bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt war ich für das Wohlergehen meiner Mutter verantwortlich, unter Aufgabe aller meiner  Vorstellungen und Gefühle und dem damit verbundenen Verlust von persönlicher Grenze. Sie war ich, ich war sie.

All die schmerzvollen Gefühle von Ohnmacht, Wut, Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein habe ich tief weggepackt, um sie nicht fühlen zu müssen.

Und der Glaubenssatz "Liebe ist, bedienen zu müssen" wurde tief in mir eingepflanzt.

 

All die Fremdbestimmung durch meine Kinder, all ihre berechtigten und unberechtigten Forderungen triggern den Glaubenssatz und diesen alten Schmerz in mir.

Und wie damals als Kind bin ich bis heute auch emotional einfach immer wieder ausgestiegen, um den Schmerz nicht zu fühlen.

 

Daher also auch mein Widerstand gegen das MamaSein, das in meiner bisherigen Wahrnehmung sehr geprägt ist von einem "Über-mich-ergehen-lassen", einem "Zeit-rumbringen", einem "Abgehalten-werden", einem "Aushalten-müssen", einem Warten auf........

Ja, auf was eigentlich?

 

Heute weiß ich es: es war das Warten auf den Moment, dass dieser kleine, aber für mich so bedeutsame Satz in meinem Bewusstsein landet: MamaSein ist auch mein Bestimmung.

Der Moment, der mir im Nachhinein offenbarte, warum ich bisher in vielen Situationen mit meinen Kindern emotional einfach ausgestiegen bin.

Der Moment, der mir einen schweren und bis dahin unbewussten Glaubenssatz hochspülte: Liebe ist, bedienen zu müssen.

Der Moment, der mich erkennen ließ, warum ich so oft im Widerstand zum MamaSein bin.

 

Ich merke, wie der Widerstand bereits angefangen hat zu bröckeln.

Ein alter Schmerz beginnt zu heilen.

Ich will mein MamaSein neu entdecken und ausfüllen - in Liebe zu mir und zu meinen Kindern.

Ich will es fühlen - ohne den Widerstand.

 

Und ja, ich kann es mir mittlerweile vorstellen: MamaSein ist auch meine Bestimmung!

Und das Gefühl wird folgen, davon bin ich überzeugt!

 

 

Wie erlebst Du Dein MamaSein?

Wie fühlt sich der Satz für Dich an: "MamaSein ist auch Deine Bestimmung"?

 

Ich freue mich, über Deinen Kommentar!

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Ilka (Montag, 28 Januar 2019 12:36)

    Wow, was für eine tolle Erfahrung für dich. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass du dich nach dieser Erkenntnis erstmal völlig leer gefühlt hast. Aber toll, diese Erkenntnis! Ich hoffe, mir widerfährt das auch eines Tages. Liebe Grüße sendet Ilka

  • #2

    Ulrike (Montag, 28 Januar 2019 12:47)

    Liebe Ilka, nimm diesen Satz doch einfach mal ein paar Tage in Dir mit, bewege ihn, fühle ihn. Ich bin überzeugt, es wird sich das eine oder andere offenbaren!